
Therapiehunde — Tiergestützte Dienste (AAS)
Therapiehunde des DBTB e.V. werden nach international anerkannten AAS-Standards (Animal-Assisted Services) ausgebildet — für Therapie, Pädagogik und Begleitung in neun Einsatzbereichen.
Nicht die Rasse — die Ausbildung zählt
Ein Therapiehund ist keine bestimmte Hunderasse, sondern das Ergebnis einer gezielten, sechsstufigen Ausbildung. Im DBTB e.V.-System bildet das Mensch-Hund-Team die zentrale Einheit: Mensch und Hund werden gemeinsam auf den Einsatz vorbereitet, gemeinsam geprüft und gemeinsam zertifiziert.
International spricht man von Animal-Assisted Services (AAS) — tiergestützten Diensten, die nach klaren Qualitäts- und Ethikstandards erbracht werden. Die Terminologie wurde 2024 durch ein internationales Expertengremium unter Federführung von IAHAIO und AAII vereinheitlicht.
Therapiehunde unterscheiden sich klar von:
- Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft (M-A-G): individuell auf eine Person mit Behinderung ausgebildet — dauerhafter Alltagseinsatz, nicht in Einrichtungen
- Rettungshunden: Such- und Rettungseinsätze, kein therapeutischer Kontext
- Haustieren in der Einrichtung: ohne strukturierte Ausbildung und Prüfung
Was sind Animal-Assisted Services (AAS)?
AAS (Animal-Assisted Services) ist seit November 2024 der neue internationale Oberbegriff für alle tiergestützten Dienste. Er löst den bisherigen Begriff „Animal-Assisted Interventions (AAI)" ab.
AAS umfasst alle zielgerichteten Dienste, bei denen Tiere als vorbereitete, evaluierte, trainierte und/oder registrierte Partner in Gesundheits-, Bildungs- oder Sozialprogrammen eingesetzt werden. Tierwohl und ethische Praxis sind zu jeder Zeit zu gewährleisten.
Ein internationales Expertengremium unter Federführung von IAHAIO und AAII hat 2024 die Terminologie für tiergestützte Dienste umfassend aktualisiert. Der DBTB übernimmt diese Begriffe, um internationale Vergleichbarkeit und Qualitätstransparenz sicherzustellen.
Drei Kategorien — eine Ausbildung
Die DBTB-Grundausbildung qualifiziert für alle drei AAS-Kategorien. Welche Kategorie ein Team ausübt, richtet sich nach der Berufsqualifikation des menschlichen Teammitglieds — nicht allein nach der Ausbildung.
AATx ist die höchste Qualitätsstufe tiergestützter Dienste. Behandlungsziele werden vorab definiert, der Fortschritt wird gemessen und dokumentiert. AATx wird ausschließlich von lizenzierten Fachkräften aus Gesundheits- oder Sozialberufen geleitet.
- Ergotherapeutische und logopädische Praxen
- Psychotherapeutische Praxen
- Neurologische Rehabilitation
- Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Palliativpflege und Hospizarbeit
- Ergotherapeut:innen
- Logopäd:innen
- Physiotherapeut:innen
- Psycholog:innen / Psychotherapeut:innen
- Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter:innen
AAE beschreibt tiergestützte Arbeit in Bildungs- und Lernkontexten. Lernziele werden definiert, Fortschritte dokumentiert. AAE wird von qualifizierten Bildungs- oder sozialpädagogischen Fachkräften geleitet.
- Grundschul-, Sonder- und Förderschulpädagog:innen
- Heilpädagog:innen
- Schulpsycholog:innen
- Sozialpädagog:innen mit Dokumentationspraxis
AASP beschreibt Besuchs- und Begleitprogramme ohne formale Ergebnismessung. Der Fokus liegt auf Wohlbefinden, Freude und sozialer Verbundenheit — und trotzdem auf höchsten Tierwohl-Standards.
- Besuchsdienste in Altenheimen, Pflegeheimen, Krankenhäusern
- Lesehunde-Programme
- Krisenbegleitung und emotionale Unterstützung
- Community-Arbeit und Gemeinwesenprojekte
- Jugendarbeit und Soziale Kompetenz-Coaching
- Eignungstest Hund (Temperament & Gesundheit)
- 180 Unterrichtsstunden Theorie + Praxis
- Regelmäßige Qualitätssicherungs-Prüfung
- Ausschließlich positive Trainingsmethoden
Welche AAS-Kategorie bin ich?
Die DBTB-Ausbildung deckt alle drei Kategorien ab. Welche Kategorie Sie ausüben, hängt von Ihrer Berufsqualifikation ab — nicht vom Hund.
| Ihre Berufsqualifikation | AAS-Kategorie | Bedingung |
|---|---|---|
| Ergotherapeut:in, Logopäd:in, Physiotherapeut:in, Psycholog:in / Psychotherapeut:in, Pflegefachkraft, Sozialarbeiter:in (mit Zulassung) | AATx | Ziele definiert und Ergebnisse dokumentiert |
| Lehrer:in, Sonderpädagog:in, Heilpädagog:in (akademischer Fokus) | AAE | Lernziele definiert und dokumentiert |
| Schulpsycholog:in, Sozialpädagog:in, qualifizierter Paraprofessioneller (psychosozialer Fokus) | AAE | Persönlichkeitsziele definiert und dokumentiert |
| Alle anderen DBTB-Absolvent:innen — unabhängig vom Beruf | AASP | Keine formale Ergebnismessung erforderlich |
Acht Einsatzbereiche — von der Grundschule bis ins Hospiz
DBTB-Teams sind dort aktiv, wo tiergestützte Intervention einen messbaren Unterschied macht.
Alle Bereiche entdeckenSchulhunde, Lesehunde, Krisenintervention in Förderschulen und Jugendhilfe
Pflegeheime, Demenzstationen, Tagespflege — Aktivierung und Begleitung im Alltag
Würdevolle Begleitung am Lebensende — Nähe, Wärme, emotionaler Beistand
Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Psychotherapie
Psychiatrische Kliniken, psychosoziale Dienste — Stabilisierung und Regulation
Inklusionsarbeit, Werkstätten, Wohngruppen — Selbstwirksamkeit und Teilhabe
Einsatz in Haftanstalten und Bewährungshilfe — Rehabilitation auf vier Pfoten
Kirchengemeinden, Krankenhausseelsorge, spirituelle Begleitung
Was einen guten Therapiehund ausmacht
- Ausgeglichenes Wesen — Stressresistenz in ungewohnten Umgebungen (Rollstühle, Hilfsmittel, Geräusche)
- Freude am Kontakt — Der Hund sucht aktiv die Begegnung mit Menschen
- Verlässliche Gehorsamkeit — Sicherheit für Klienten und Halter in jeder Situation
- Gesundheit und Tierwohl — Jährlicher Tierarzt-Check, Impfschutz, Parasitenbehandlung
- Gesunde, qualzuchtfreie Hunde — Der DBTB e.V. setzt sich konsequent gegen den Einsatz von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen ein. Hunde, deren Gesundheit durch zuchtbedingte Merkmale beeinträchtigt ist, werden nicht eingesetzt.
- Stressfreiheit im Einsatz — Max. 30–45 Minuten Arbeitseinsatz je Einheit, Ruhepflicht danach
- Nur positive Methoden — Keine Strafe, keine Einschüchterung (DBTB-Curriculumstandard)
Alle DBTB-Teams unterliegen der jährlichen Qualitätssicherung (QS). Einsatz nur nach bestandener Prüfung und nachgewiesenem aktuellem Gesundheitsstatus des Hundes.
Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft (M-A-G) — ein anderer Weg
Eine Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft (M-A-G) im Sinne der Assistenzhundeverordnung (AHundV) ist kein Therapiehund-Team. Der Behindertenbegleithund wird individuell für eine bestimmte Person mit Behinderung ausgebildet — für den dauerhaften Einsatz im persönlichen Alltag, nicht in Einrichtungen mit wechselnden Klienten.
Der DBTB e.V. bildet beide Wege aus — nach demselben ISO 9001 zertifizierten Qualitätsrahmen, aber klar getrennt in Zielsetzung, Prüfung und Rechtsrahmen.



